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KINDER-TRAINING IM REALEN UMFELD

Um ein Gespür für eine reale Situation zu bekommen, gehört auch das Üben an Orten dazu, die außerhalb des stressfreien Trainingraumes liegen. So wird die Unterrichtsstunde auch schon einmal nach draußen verlegt um auf die Gefahren auf der Strasse aufmerksam zu machen. Auf diese Weise sollen die Kinder zeigen, wie sie unter Stress reagieren oder wie sie es verstehen, mit ihren Ängsten umzugehen. In wie weit wurden die bis dato erlernten Unterrichtsstoffe bereits verinnerlicht und sind diese bereits in einer solchen Ausnahmesituation abrufbar?

Dabei geht es nicht alleine um die Anwendung von Kampftechniken, sondern auch um das Einsetzen von Rhetorik und Körpersprache, wenn z. B. ein Erwachsener - mit zweifelhaften Absichten - sich einem Kind nähert. Eine feste und entschlossene Stimme bei >>Stopp, lassen Sie mich in Ruhe, gehen Sie weg!<<, ist dabei genauso wichtig, wie eine selbstsichere Körpersprache.

Anschließend werden die Übungseinheiten ausgewertet und besprochen. Natürlich gibt es für jedes Kind anschließend auch eine Belohnung für den Mut, den es aufbrachte, um diese außergewöhnliche Trainingsstunde zu bestehen.

SEMINARE UND WORKSHOPS FÜR ROLLSTUHLFAHRER

Als Udo Schulz, der sich bei der RSG-Langenhagen um Marketing und Sponsoren kümmert, 2010 mit Nils Thate Kontakt aufnahm, um ihn für die Rollstuhl-Sport-Gemeinschaft als Lehrer zu gewinnen, konnte noch keiner ahnen, was für eine Erfolgsgeschichte daraus werden würde. Inzwischen sind über sechs Jahre vergangen und die RSG-Langenhagen hat mit ihrer Kategorie „Selbstverteidigung“ soviel Aufmerksamkeit erregt, dass sie 2012 mit einem Stern des Sports ausgezeichnet wurde und den Sieg beim Vereinswettbewerb des Landessportbunds errang. Dann kam 2015 die Einladung ins GOP Hannover, wo das Team um Nils Thate, Bernd Rosemann und Yasar Aladag vor über 300 geladenen Gästen aus Wirtschaft und Politik (die Laudatio hielt Eisprinzessin Katarina Witt) eine Demonstration ihres Konzepts gab. Heute ist die RSG-Langenhagen Deutschlandweit mit Ihrem Selbstverteidigungs-Konzept für Rollstuhlfahrer bekannt, so dass Menschen aus München, Berlin und Hamburg die Workshopos für Kinder und Erwachsene in Hannover besuchen.

Die RSG-Langenhagen ist heute Anlaufstätte Nr. 1 in Deutschland, wenn es um Selbstverteidigung im Rollstuhl geht, obwohl man als Mensch mit Behinderung nicht unbedingt im Rollstuhl sitzen muss, um an den Workshops teilnehmen zu dürfen. So haben die Kinder und Jugendlichen, die sich für die Workshops auf den Weg nach Hannover machen, völlig unterschiedliche Behinderungen und Schweregrade.

UNTERRICHT FÜR SENIOREN

Gerade durch die Einfachheit der Bewegungen im WingTsung ist es möglich, auch noch in den Unterricht einzusteigen, wenn man sich jenseits der 60 Jahresgrenze befindet. Wo andere Kampfsportarten schon abwinken, fängt man hier oft erst richtig an. Mit zunehmendem Alter bewegen sich die Menschen oft zu wenig. Die Kräfte lassen nach und es fällt immer schwerer, alltägliche Verrichtungen wie Einkaufen, Gartenarbeit, Putzen etc. zu erledigen. Manchmal kommt es sogar zu folgenschweren Stürzen. Dabei können schon einfache Übungen dazu beitragen, mehr Sicherheit und damit mehr Lebensqualität zu erlangen.

Wer also glaubt, dass man mit zunehmendem Alter nichts Neues mehr anfangen kann irrt. Die Teilnehmer unserer Senioren-Gruppe zeigen, dass dem nicht so ist. Durch die regelmäßigen Trainingseinheiten funktioniert nicht nur die Motorik oft besser als bei erheblich jüngeren Mitmenschen. Auch ihr Balancegefühl ist in einem vorbildlichen Zustand, was sich auch auf die Selbstsicherheit im Alltag auswirkt. Stürze, Atemnot oder andere Gebrechen überlassen sie ihren Altersgenossen. Ihr Motto lautet: Nur wer sich bewegt, kann auch etwas bewegen.